Zweimal täglich auf Facebook – Social Media auf dem Vormarsch

Hamburg

Facebook ist in Deutschland nicht nur das soziale Netzwerk mit den höchsten Mitgliedszahlen. Es hat auch die meisten aktiven Nutzer sowie die höchste und am stärksten steigende Nutzungsfrequenz. Dies ergab eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstitutes Harris Interactive mit deutschem Sitz in Hamburg. Die Harris Interactive AG Deutschland ist eine Tochter der Harris Interactive Inc., mit rund 600 Mitarbeitern weltweit. Die Studie wurde im Oktober 2013 durchgeführt. Befragt wurden rund 1.100 Personen in Deutschland.

 

„Die meisten Anbieter geben nur ihre Mitgliedszahlen bekannt. Sie sagen aber nicht, wie viele der Mitglieder aktiv sind und wie viele zwar noch angemeldet sind, das Netzwerk aber gar nicht mehr besuchen“, erläutert Dr. Thomas Rodenhausen, Vorstandssprecher der Harris Interacitve AG. „Die Zahl der aktiven Nutzer ist aber in vielen Zusammenhängen die eigentlich interessante. Daher hat unsere Studie in diesem Punkt ein wichtiges Ergebnis geliefert.“ 69 Prozent der Befragten nutzen Facebook aktiv, gefolgt von Youtube mit 28 Prozent und Google+ mit 17 Prozent. Die Netzwerke StayFriends (zwölf Prozent), Xing (zehn Prozent), Twitter (acht Prozent) sowie Wer-kennt-wen (acht Prozent) werden deutlich weniger verwendet. Die aktive Nutzung der übrigen untersuchten sozialen Netzwerke lag unter fünf Prozent der Befragten.

 

Auch im prozentualen Verhältnis von aktiven Nutzern zau passiven Mitgliedern unterscheiden sich die Anbieter. Bei Facebook ist die deutliche Mehrheit der Nutzer aktiv und nur ein geringer Prozentsatz lediglich noch angemeldet, aber momentan nicht aktiv. Bei Youtube hält sich der Anteil der aktiven und der inaktiven Nutzer ungefähr die Waage. Bei fast allen anderen Anbietern sind mehr als die Hälfte der Nutzer passiv. Facebook-Mitglieder sind außerdem sehr häufig aktiv: Sie besuchen ihr Netzwerk im Schnitt etwa zweimal täglich. YouTube, Instagram und Google+ werden immerhin noch fast täglich von ihren Mitgliedern genutzt, andere Netzwerke deutlich seltener. Bei Facebook und Youtube ist die Nutzungshäufigkeit bei mehr Mitgliedern steigend als sinkend. Bei den übrigen Anbietern ist das Verhältnis umgekehrt.

 

Die Facebook-Mitglieder, die in den letzten 30 Tagen aktiv waren, hinterlassen im Durchschnitt rund 16 initiative Postings pro Monat in ihrem Netzwerk, Google+-Mitglieder elf, Twitter-Mitglieder sieben, Youtube-Mitglieder fünf und Wer-kennt-wen-Mitglieder vier. Auf Xing werden rund drei und auf Stayfriends rund zwei Postings pro Monat hinterlassen. Insgesamt reagieren die Nutzer deutlich häufiger auf Beiträge als initiativ Postings zu erstellen. Die in den letzten 30 Tagen aktiven Mitglieder kommentieren bzw. liken im Schnitt mindestens einmal täglich etwas auf Facebook oder Wer-kennt-wen, aber deutlich seltener in den anderen sozialen Netzwerken.

 

Die meisten Nutzer wollen in sozialen Netzwerken private Nachrichten austauschen, Neuigkeiten von Freunden verfolgen und Fotos ansehen. Sie folgen aber auch Marken (32 Prozent) und Prominenten (25 Prozent). Facebook ist besonders beliebt bei jungen Nutzern und Frauen, während die übrigen sozialen Netzwerke etwas mehr männliche Mitglieder haben. 81 Prozent der zwischen 16- und 34-jährigen Befragten sind bei Facebook angemeldet.

 

Auf Basis der Untersuchung hat Harris Interactive die Social Media-Nutzer in Segmente eingeteilt, die ähnliche Verhaltensweisen zeigen. Zwei Segmente, die „Social Mes“ und die „Actives“, sind für 69 Prozent der Social Media Aktivitäten verantwortlich, machen aber insgesamt nur 35 Prozent der Nutzerschaft aus. „Social Actives“ sind in mehreren, verschiedenen Netzwerken aktiv. Sie hinterlassen gerne Posts und kommentieren die von anderen. Sie knüpfen soziale Kontakte, nutzen die Netzwerke jedoch auch, um sich zu informieren und Marken oder Prominente zu verfolgen. „Social Actives“ sind häufig männlich.

 

„Social Mes“ mögen das Socializing über die Netzwerke: Sie tauschen sich viel mit anderen via Nachrichten, Fotos und Videos aus, sie kommentieren das, was sie gut finden. Sie sind ständig online und halten sich über die Neuigkeiten ihrer Freunde auf dem Laufenden. „Social Mes“ sind häufig weiblich und tendenziell jünger (unter 35 Jahre). Ebenfalls sehr aktiv sind die „Social Pros“. Sie verbringen sehr viel Zeit online und sind in zahlreichen sozialen Netzwerken aktiv. Sie sind mitteilsam und posten viel. Sie kommentieren gerne ihr eigenes Leben, aber auch Marken, Produkte (die sie auch online kaufen), Unternehmen oder das TV-Programm. „Social Pros“ sind tendenziell jünger (unter 35 Jahre).

 

Abdruck freigegeben – Belegexemplar erbeten

 

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